Mitglieder Login

Statistik

Anzahl Beitragshäufigkeit
1165386

Unsere Partner

     
     

1888

   
     
     
 

 

 

 
       
   
     
   
     
   

Swissman Extreme 2014 - Ein Bericht von Christian Haas

Christian Haas beim Swissman Extreme 2014

Bilder unter Fotogalerie->2014->Swissman_Extreme

Wollte ich das wirklich um 5.00 Uhr über denn Lago Maggiore schwimmen? Bei dem Wettkampf starten der sich Extrem Triathlon nennt?

Den Respekt, den ich vor dunklem Gewässer habe, hatte sich schnell abgestellt, so wie ich das Wasser vor denn Brissago Inseln mit allen anderen 239 Athleten betreten habe.

Punkt 5.00 Uhr klingelte dann die Kuhglocke für den Wettkampfstart.

Ich wusste nicht, was mich erwartet.

Das Schwimmen ist nicht meine Lieblingsdisziplin, aber mit der Zeit wurde beim Morgengrauen das Wasser zu meinem besten Freund.

Auf halber Strecke ist mir der rechte Zeigefinger eingeschlafen dies legte sich aber wieder nach einigen Minuten. Das Licht am Ufer zu dem wir schwimmen mussten kam immer näher und näher und doch war es noch einige 100 Meter weg.

Die Wettervorhersage war gut es sollte trocken und sehr warm bleiben ich freute mich schon beim Schwimmen auf das Radfahren. Aber kurz bevor ich aus dem Wasser stieg brauchte ich Hilfe, da ich Krämpfe in beiden Wanden bekam, ich war sehr erstaunt als ich bei meiner Polaruhr nach 1.20.00 Stop drückte. Bis zu diesem Tag X bin ich glaube noch nie 3,8 km an einem Stück geschwommen. Bis ich aber an den Rad gelaufen bin waren die Krämpfe wieder wie verflogen.

Nach dem Schwimmen in der Wechselzone lief alles prima ab.

Supporter Rene hatte alles perfekt  vorbereitet. Es lief eins ins anderen. Der Supporter spielt bei dem Wettkampf Swissman eine große Rolle. Beim Swissmann gibt es nur 2 Verpflegungsstationen auf der ganzen Strecke, der Rest war Renes Aufgabe mich mit Essen/Gels und Getränke zu Versorgen.

Dann machte ich mich auf den Weg über die Alpen: Gotthard/Furka und Grimmelpass. Das Klima und die Hitze machte mir überhaupt nichts aus.

Die Anfahrt 53 km zum Gotthard war super, ich musste nicht einmal ein Kleidungsstück wechseln.

Rene/ Isabelle standen bei jeder Supporter-Zone und hatten immer alles bereit, kleine Sacks, Gels, Getränke und Sonnencreme für die Hitze.

Die Tremola durfte Rene dann nicht befahren, die musste ich ohne Support meistern. Mein Denken und Tun beschränke sich nur noch auf das Velo treten. Ich glaube ich habe noch nie soviele Motorräder an einem Tag gesehen.

Als ich dann den Gotthard erreicht habe kamen mir kurz die Tränen, war ich froh dass ich wieder Rene und Isabelle sah? Die Tränen weshalb/warum kann ich heute immer noch nicht einschätzen. Kurz was getrunken und gegessen Windjacke an und zur Abfahrt.

Wie die Abfahrt auch vorbei war kam auch schon der Furka. Ich hatte richtig Freude am Radfahren. Wenn der Fuka noch länger gewessen wäre, hätte ich das auch noch gemeistert.

Auf jeden Fall werde ich die Bilder der Auffahrten und Abfahrten nie mehr vergessen.

Nach der beeindruckenden Fuka-Abfahrt kam ich auch schon zum Grimmelspass.

Ich hatte immer noch überaus sehr gute  Beine, vielleicht lag es ja an der Hitze. Der Wettkampf hätte wettertechnisch nicht besser sein können, ja es hätte auch ganz anders aussehen können. (Schnee, Kalt und Regen auf den Bergen und sehr heiß im Tal) Als ich den Grimmel hinter mir gelassen habe und jetzt nur noch 40 km Bergabfahrt  vor mir hatte konnte ich es noch gar nicht fassen das die 180 km Radfahrstrecke ca.10 Stunden 30 Minuten Radfahrzeit in Brienz schon zu Ende sein sollte.

In der Wechselzone vom Rad zum Laufen lief wieder alles reibungslos. Rene hatte wieder alles super vorbereitet als ob wir alles schon tausendmal geübt haben.

Jetzt kam ich zum Laufen, zu meiner Paradedisziplin. Vor der Strecke 42,5 km hatte ich am wenigsten Respekt.

Nach 2,5 km hatte ich dann die Giessbachfälle (beeindruckendes Naturschauspiel) hinter mir gelassen. Da hatte ich noch eine Stunde gut. Ab km 8,5 hat mich dann Rene mit dem Rad begleitet zur unterstützt. Er hatte alles bei sich Getränke, Essen – Gels und auch Musik.

Mittlerweile waren auch Mirjam, Corina und Markus bei Isabelle angekommen. Mirjam war dann bei Isabelle im Auto sonst hätte Isabelle denn Weg nicht gefunden grinsJ

Mirjam und Isabelle waren dann ab km 8,5 an jeder Support Zone mit allem zur Stelle was ich brauchte und haben mich kräftig angefeuert. Ich dachte an dem ganzen enjoy Tag vielleicht einmal ans aufhören. Die Motivation war immer da. Ich war die ganze Zeit in Bewegung und doch wurde die Zeit hinten raus knapp.

Irgendwie habe ich  Zeit vergessen. Um 21.00 Uhr wusste ich aber dann langsam, dass das ganze heute ein bisschen knapp wird bis zum Schlussläufer um 22.00 Uhr

Bis Grindelwald Grund war es doch noch eine kleine Strecke. Die Zeit rannte mir dann davon. Am Check Ponit Grindelwald kam mir Isabelle bestimmt 700 m entgegen gelaufen die wir dann gemeinsam absolviert habe in wirklich hohem Tempo. Kurz zuvor hatte ich Rene losgeschickt das es noch vielleicht reicht wenn sie denn Supporter sehen das ich auch gleich um die Ecke  komme werde.

Aber alle Mühe unseres Teams reichten nicht mehr den Schlussläufer zu erreichen. Er war schon 10 min losgelaufen als ich bei Check Ponit ankam. Ein Arzt der Crew teilte mir dann mit das ich auch Sicherheitsgründen die letzten 8 km nicht mehr mit meinem Supporter Rene laufen dürfte. Das Wetter könnte schlagartig in der Nacht um schlagen.

Ich weis nicht ob es besser war oder vielleicht sollte es so sein das ich die kleine Scheidegg nicht erreicht konnte. Aber zu wissen ich hätte die Kraft noch gehabt ist schwer. Aber Safty First.

Habe sogar von einem Crew Mitglied Swissmann -  die Teamjacke geschenkt bekommen. Von dem der den Schlussläufer losgeschickt musste. Er war selbst erschrocken dass ich doch noch so fit aussah.

Das Ziel den Swissman nicht erreicht zuhaben ist wie wenn man vor einem Berg steht den Du nicht überwinden kannst.

Ich möchte einfach allen denen Danke sagen die mir von Ascona nach Grindelwald bei Seite standen. Für mich wars es einer der schönsten Tage auch wenn ich ihn nicht  zu Ende gebracht habe. Den ich 2015, wenn ich noch mal eine Chance auf ein Startplatz habe, wiederholen werde. Ich möchte in erster Linie meiner Familie Danke sagen. Meiner Freundin Mirjam  die mich von Anfang an unterstützt hat und bekräftigt hat dass ich dieses Ziel erreichen könnte. Ein Dankeschön auch meinen Vereinskollegen vom TVG. Ein besondere Dank an meinen Supporter Rene Schäfer Danke. Danke Corina, Isabelle und Markus die mich direkt vor Ort mit angefeuerten haben. Ein großer Dank , auch an Robert Keim (Intersport Profimarkt Wolfstetter) für die super Ausrüstung.

Im diesem Sinne Danke an alle die mich unterstützt haben.

Euer Christian