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TUI Mallorca Marathon am 16. Oktober 2011 in Palma de Mallorca

 

Der Frankfurt Marathon ist ein großartiges Event, der Zieleinlauf über den roten Teppich in die Festhalle hinein ist spitzenklasse. Aber in diesem Jahr sollte eine Abwechslung her und deswegen entschied ich mich bereits zu Beginn des Jahres für den Mallorca Marathon.

 

Es ist noch dunkel und es ist recht frisch als wir am Sonntag früh um 7:30 vor unserem Hotel in den Shuttlebus einsteigen, der uns in den Start- und Zielbereich zum 8. TUI Marathon in das nahegelegene Palma bringen sollte. Dort angekommen wurde es schnell heller und dass es sehr bald sehr warm werden würde, wussten wir aus der Wettervorhersage. Keine einzige Wolke war für diesen Tag gemeldet.

 

Was sich uns nun vor Ort bot, war diese großartige Kulisse am Fuße dieser riesigen Kathedrale von Palma, die wir bereits am Tag zuvor auf der Nudelparty an gleicher Stelle bestaunt hatten. Und nun Läuferinnen und Läufer so weit das Auge reicht. Über 9.000 Athleten gingen an den Start, wobei die meisten davon den parallel stattfindenden Halbmarathon laufen wollten. Immerhin über 1.400 Teilnehmer entschieden sich für die Königsdisziplin über 42 km.

 

Die Sonne wärmte schon kräftig, als pünktlich um 9 Uhr der Startschuss fiel. Obwohl ich mich ziemlich weit hinten eingereiht hatte ging es auf der breiten Uferstraße zügig los und ich überquerte bereits nach zweieinhalb Minuten die Startlinie. Nach einer ersten Kehre liefen wir Richtung Westen, immer am Meer entlang. Der Blick dort hinaus fiel auf eine schier unendliche Anzahl an Luxusyachten, die jede für sich ein Vermögen darstellt und alle zusammengenommen wohl den Wert der griechischen Staatsverschuldung um ein Vielfaches übertrifft.

 

Es wurde immer wärmer und ich freute mich daher über die erste Verpflegungsstelle kurz vor km 5. Es wurde Wasser gereicht – nein, nicht aus Pappbechern wie üblich, sondern aus 0,5l Plastikflaschen! Das überraschte mich aber es war genial, schließlich konnte man die Flaschen eine ganze Weile mit sich herumtragen. Die Verpflegung war auf der gesamten Strecke übrigens spitzenmäßig! Alle 5 km gab es ausreichend Wasser und andere Getränke und ein paar Mal gab es sogar Bananen und Äpfel.

 

Der erste Wendepunkt lag kurz hinter km 6 und nun ging es auf der anderen Fahrbahnseite zurück nach Palma. Dort angekommen liefen wir in die Stadt hinein und die nächsten 10 km liefen wir einen für mich niemals mehr nachvollziehbaren Zickzackkurs durch die engen Gassen der mallorquinischen Hauptstadt. Die bislang völlig flache Strecke wechselte jetzt schnell zwischen leichten An- und Abstiegen, aber wenigstens war es kühler in der Stadt und die Sonne kam kaum hinter das hohe Mauerwerk.

 

Knapp 20 km waren nun gelaufen und es war an der Zeit Abschied von den bis dahin mitgelaufenen Halbmarathonläufern zu nehmen. Die durften nämlich jetzt nach rechts auf die Zielgerade einbiegen, für die Marathonis ging es links aus der Stadt hinaus und die Strecke wurde zum ersten Mal so richtig langweilig. Parallel zur Autobahn ging es in Richtung s’Arenal, es roch nach Abgasen und es war heiß.

 

Ab km 27 wurde es wieder angenehmer, es ging jetzt mitten rein nach s’Arenal. Trotz Temperaturen um die 25° und ununterbrochener Sonnenbestrahlung ging es mir erstaunlich gut und ich konnte mein Tempo konstant halten. Am Wendepunkt bei km 30 kurz vor der Schinkenstraße, gleich neben Ballermann 6 war es dann so weit: hier ging die Post ab. Laute Musik, Partys und tausende Menschen säumten hier die Straße und feuerten uns Läufer an. Die nächsten paar Kilometer waren wie Schaulaufen, es machte wahnsinnigen Spaß über die belebte Strandpromenade zurück in Richtung Palma zu laufen und von allen Seiten angefeuert und umjubelt zu werden.

 

Bei km 33 hatte ich mir am Eigenverpflegungsstand eine Flasche Redbull hinterlegen lassen, die ich nun im Empfang nahm und erst einmal eine Weile mit mir herumtrug. Bereits von hier konnte man schon deutlich das Ziel erkennen: die riesige Kathedrale von Palma. Doch es waren noch knapp 10 km zu laufen und die zuletzt komplett flache Strecke wurde zunehmend anspruchsvoller. Für einige Kilometer ging es jetzt auf und ab durch eine hügelige Dünenlandschaft und da wir nun auf einem Radweg liefen, mussten wir noch dazu aufpassen nicht unter die Räder zu kommen. Und dann ging es plötzlich bergauf. Eine schier endlose Steigung, die mich nach meinem bislang konstanten Lauf auf ein deutlich langsameres Tempo von 7:30 min/km zwang.

 

Meine Flasche Redbull hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits geleert – sie sollte mir die letzte Energie für die verbleibenden 3 km geben. Die Kathedrale von Palma war jetzt bereits zum Greifen nahe, doch wir liefen erst einmal am Ziel vorbei um nach einem knappen Kilometer in einer Kehre von der anderen Seite auf die Zielgerade einzuschwenken. Und da war sie wieder, diese großartige Kulisse mit der Kathedrale auf der linken Seite und der Ziellinie direkt vor mir. In persönlicher Marathon-Bestzeit von 3:46:48 lief ich durch das Ziel und konnte es kaum fassen, dies auf der im Vergleich zu Frankfurt deutlich anspruchsvolleren Strecke bei diesen Temperaturen erreicht zu haben. Keine 30 Sekunden später kam mein einziger Marathon-Mitstreiter aus unserer 8-köpfigen Reisegruppe, Thomas Knödler ins Ziel und wir klatschen uns freudig ab.

 

Die Party am Abend fand im Megapark, direkt am Ballermann 6 statt und in der riesigen Disco sah man niemanden, der keines dieser knallgelben Finisher-Shirts anhatte. Mit viel Bier feierten wir unseren Erfolg – unser Hotel lag ja in Gehentfernung mitten auf der Schinkenstraße.

 

Mein Fazit für diesen Lauf: Frankfurt ist super, aber es muss nicht jedes Jahr Frankfurt sein. Der Mallorca Marathon war ein spitzenmäßiges, hervorragend organisiertes Event mit dem einzigen Wehmutstropfen, dass es im Zielbereich kein Bier mehr gab, denn das hatten die Halbmarathonis schon leer getrunken.

 

Markus Hold